Zehn Fragen, mit denen du endlich den Wein findest, der dir schmeckt.


Kennst du das? Du möchtest einen guten Wein trinken, stehst vorm vollen Regal im Supermarkt, hast aber keine Ahnung, welcher Wein du kaufen sollst.

Wie zum Teufel finde ich einen Wein, der mir schmeckt? 

Die Meisten Wein-Einsteiger glauben, nur ein teurer Wein ist ein guter Wein oder suchen den Wein anhand des coolen Etiketts aus.

Geht es dir auch so? Hier erfährst du, wie du einen Wein findest, der dir schmeckt.   

1. Welches Getränk außer Wein trinkst du gerne?


Trinkst du gerne Fruchtsäfte, freust du dich über einen fruchtigen Roséwein oder einen frischen aromatischen Weißwein wie der weit verbreitete Sauvignon Blanc.
Trinkst du gerne Fruchtschorlen, empfehle ich dir einen fruchtigen Weißwein, einen prickelnden Sekt oder einen Rosé Champagner
Trinkst du schwarzen Tee oder Kaffee? Dann schmecken dir Weine, die in Eichenfässer gereift sind – zum Beispiel ein kräftiger Bordeaux. Sie sind etwas schwerer und enthalten wie Tee oder Kaffee Tannine (Bitterstoffe). Der Geschmack bleibt länger im Mund.

2. Welche sind deine Lieblingsgerichte, mit denen du gern einen Wein trinkst?

Bist du eher der süße oder deftige Typ?

Mit den 5 Grundgeschmacksarten in der Tabelle erfährst du in welche Richtung es geht. Die Tabelle hilft dir, Weintypen deinem persönlichen Geschmack zuzuordnen.

Schwärmst du für Omis Rouladen? Schau unter der Grundgeschmacksart „Umami“. Zu deinem Gericht passt ein mittelkräftiger Rotwein.

Schwärmst du hingegen für Veggie-Burger? Magst du die süßen Stoffe von Avocado und Süßkartoffeln? Dazu passt ein Roséwein (zum Beispiel ein Trollinger) oder ein frischer Weißwein – zum Beispiel aus den Sorten Silvaner, Sauvignon Blanc oder Weißburgunder.


Grundgeschmacks-arten Typische Beispiele Weine, die zu deinem Geschmack passen
Süß
Honig, Fruchtzucker, süße Obstsorten aber auch Reis, Milch, Gebäck
fruchtiger Roséwein/ leichter Weißwein/ halbtrockener Sekt 
Sauer
Essig, Zitrusfrüchte, Naturjoghurt, Sauerkraut, Gewürzgurken
Trockener, knackiger Weißwein / kräftiger Rotwein / trockener Sekt
Salzig
Salzstangen, Chips, einige Wildkräuter; Algen,  geräucherter Schinken
Leichter bis mittelkräftiger Rotwein / kräftiger Weißwein
Bitter
Chicorée, Artischocke, Spargel, grüner Tee, Matcha
Frischer Weißwein / trockener Rosé / trockener bis sehr trockener Sekt
Umami
Sojasoße, Seetang, Fleisch, Parmesan
Aromatischer Weißwein / mittelkräftiger Rotwein

3. Zu welchen Gelegenheiten trinkst du gerne Wein?

Ich trinke gerne kräftigen, schweren Rotwein. Ich würde ihn aber nicht bei jeder Gelegenheit oder zu jedem Essen trinken, weil er einfach nicht immer passt. Auch trinke ich eher im Winter Rotwein und im Sommer eher einen erfrischenden Weißwein.

Willst du einen Wein trinken zum Aperitif, greifst du eher zu einem Weißwein oder einem Rosé.

Suchst du einen „Alleskönner“ für ein Essen unter Freunden, rate ich dir zu einem mittelkräftigen Rotwein.

Die schweren Rotweine eignen sich für besondere Gelegenheiten mit feinerem Essen.

Champagner und Schaumweine sind die Evergreen für die Festtage. Ob zum Frühstück, beim Aperitif oder während des Essens. Sie lassen sich auch super zwischendurch trinken. Eine gute Gelegenheit für den feinen Tropfen findest du bestimmt. Und sie sind die Basis leckerer Cocktails wie French 75 oder Bellini.


4. Wie viel möchtest du für eine Flasche Wein ausgeben?

Wer behauptet, nur teure Weine sind gute Weine, kann gern weiter teuren Wein trinken.

Fang nicht gleich mit einem teuren Wein an. Du könntest dich tierisch ärgern, wenn der Wein dir nicht schmeckt, und du viel Geld dafür ausgegeben hast.

Ich selbst gebe nur selten über 30 Euro für einen Wein aus. Du findest auch gute Weine, die zwischen 6 und 12 Euro liegen. Für 30 Euro kannst du locker 3 verschiedene Weine kaufen. Das tut weniger weh, wenn einer dabei ist, der dir nicht schmeckt. Wenn dir ein Wein besonders gut schmeckt, kannst du dich bei deinem nächsten Einkauf immer noch im Preis steigern und dich somit langsam herantasten.

Aber, Qualität hat seinen Preis. Bei Weinen unter 3 Euro kannst du davon ausgehen, dass der Wein minderwertig ist. Bei Wein ist es wie bei anderen Lebensmitteln auch. Zu günstige Preise weisen meistens auf Massenware hin, die nicht unter ökologischen Aspekten und Nachhaltigkeit angebaut werden. Die Bauern und Winzer stecken viel Arbeit in Ihre Produkte. Das soll belohnt werden.


5. Bist du der Meinung, eine Flasche Wein für dich allein lohnt sich nicht. Du trinkst höchstens 1 oder 2 Gläschen. Und dann?

Damit meinst du, wie lang hält sich offener Wein? Ich kann dich beruhigen. Eine offene Flasche Wein hält sich gut 1 bis 2 Tage an einem kühlen Ort.

Du kannst den Rotwein mit dem Korken oder einem Glasverschluss im Kühlschrank aufbewahren und wieder herausholen, etwa 1 Stunde bevor du ihn trinken willst.

Weißwein kannst du nach 3 bis 4 Tage noch gut trinken.

Süße Weine kannst du sogar bis zu einem Monat aufbewahren.

Und vielleicht kochst du am Wochenende ein leckeres Rezept mit Wein. Dann kannst du die restliche Flasche auf jeden Fall verwenden.


6. Gibt es Weine, die besser zu Frauen oder zu Männer passen?

Wein hat kein Geschlecht. Der Mythos von Männerwein und Frauenwein lässt grüßen: Männer essen Steaks und trinken Rotwein. Frauen essen Salat und trinken Weißwein. Alles Blödsinn!

Ganz ehrlich, es liegt nur an deinem Geschmack, welchen Wein du gern trinkst. Beim Bier ist es nicht anders. Manche trinken nur helle Biere, andere dunkle oder Altbiere. Das hat rein gar nichts mit dem Geschlecht zu tun.

Wein trinken soll Spaß machen. Also geh immer nach deinem persönlichen Geschmack.


7. Gibt es alkoholfreie Weine und schmecken sie gut?

Ja, es gibt eine Vielzahl an alkoholfreien Weine.

Ganz, ganz ehrlich. Bislang habe ich noch keinen guten alkoholfreien Wein entdeckt.

Daher empfehle ich dir eher einen guten Traubensaft, den du direkt beim Winzer kaufen kannst.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Sollte mir eines Tages ein guter alkoholfreier Wein über den Weg laufen, wirst du ihn in meinem Shop finden.



8. Warum schmeckt der Wein im Urlaub anders als zu Hause?

Du hast in einer Bodega in Spanien einen superleckeren Wein getrunken und gleich eine Kiste mit nach Hause geschleppt, um die schöne Zeit auf der Terrasse mit Freunden aufleben zu lassen.

Der Klassiker: Flasche auf, in das Glas eingeschenkt, den ersten Schluck getrunken und dann die große Enttäuschung! Der Wein schmeckt ganz anders, als du ihn in Erinnerung hattest. In Spanien war er süffiger, blumiger, hat länger im Gaumen gehalten.

Was ist passiert?

Der Moment und die Wahrnehmung sind ganz anders. Ausgeruht, sorgenfrei, harmonischer milder Sommerabend, besondere Gerüche, die Kulisse mit dem Sonnenuntergang. Das sind alles Faktoren, die den Weingenuss beeinflussen.

Es heißt noch lange nicht, dass der Wein schlecht oder schlecht geworden ist. Lass ihn liegen. Vergiss ihn für eine Weile. Warte auf den Moment, wo du das Gefühl hast, der Abend könnte wieder so besonders sein wie im Urlaub und probiere ihn wieder. Wenn er dir immer noch nicht schmeckt, mach eine Sangria daraus. Oder du kannst ihn für die nächste Big Party aufheben. Einige deiner Gäste werden ihn bestimmt mögen.


9. Steckt hinter einem coolen Etikett auch ein cooler Wein?

Erwischt. Ich gebe es zu. Coole Namen und coole Etiketten lassen auch mich nicht kalt. Namen wie „Poesie“, „Begegnung“, „Flirt“. Da fängt Kino im Kopf.
Noch sagt es nichts über die Qualität des Weines aus. Ein Etikett darf nicht nur hübsch sein, sondern sie muss auch einige Grundangaben enthalten.

Name des Weins
Name und Herkunft des Abfüllers
Kategorie (Stillwein, Dessertwein, Schaumwein)
Alkoholgehalt in Prozent von Volumen (%)
Flascheninhalt
Qualität des Weins (Tafelwein, Landwein, Qualitätswein)
Amtliche Prüfnummer
Hinweis auf Sulfite oder Schwefeldioxid

Flaschen die nur den Markennamen tragen ohne die genannten Grundinformationen, sind oft billige, einfache Weine. Dahinter steckt oft viel Marketing und wenig Qualität.

Welchen Wein trinke ich zu welchen Speisen?

Bei diesem Thema ist es für den Wein-Einsteiger sinnvoll, mit den klassischen Kombinationen anzufangen. Diese sind nicht in Stein gemeißelt. Du kannst nach und nach rumexperimentieren. Dir muss es schmecken!

Diese Grundregeln helfen dir:

Der Wein sollte die gleiche Geschmacksintensität haben wie die Speise: Leichte Gerichte leichte Weine. Schwere Gerichte – schwere Weine.

Der Wein sollte mehr Säure haben als das Essen. Du erinnerst dich an die Grundgeschmacksart „sauer“, beispielsweise Essig, Zitrusfrüchte, Naturjoghurt, Sauerkraut, Gewürzgurken. Dazu passt ein trockener, knackiger Weißwein, ein kräftiger Rotwein oder ein trockener Sekt.

Beispiel: Das klassische Wiener Schnitzel mit Zitrone und Kapern als Garnitur (beide Zutaten sauer). Dazu empfiehlt sich ein knackiger Weißwein wie zum Beispiel der heimische Riesling, der von Natur aus ein säurehaltiger Weißwein ist.

Süß und süß verträgt sich nicht: Auch wenn süße Dessertweine als solche bezeichnet werden, passen sie besser zu einem kräftigen Gorgonzola oder Münsterkäse. 

Und die Klassiker:

  Rotwein passt am besten zu fettem oder rotem Fleisch.

     Weißwein passt zu weißem Fleisch und Fisch.

Beachte: Wähle den Wein anhand der Soße, weil sie der größte Geschmacksträger im Gericht ist. Zum Beispiel trinkst du zum Hähnchen mit Barbecue Soße eher einen Rotwein, auch wenn das Fleisch weiß ist.

Und hier noch 3 weitverbreitete Irrtümer über Wein:

Weinflaschen mit Drehverschluss sind minderwertige Weine: Definitiv nein. 
Der Wein in der Flasche ist bereit und fertig zum Trinken. Außer bei teuren Weinen, die sich mit den Jahren weiter entwickeln und die du besser im Keller lagerst und fürs Erste vergisst. Der Wein kann auch nicht korken.


Je länger ein Wein liegt, desto besser wird er:
Die herkömmlichen Weine sind nicht fürs Lagern gedacht, sondern zum sofort Trinken. Wenn du Wein auf Vorrat kaufen willst, solltest du ihn in einem kühlen, dunklen Ort lagern.

Um Schaumwein eiskalt zu servieren, kann man ihn kurz ins Eisfach legen:
viel zu brutal. Die Aromen werden dadurch vernichtet. Der Schaumwein sollte im Kühlschrank für einige Stunden gekühlt werden. Wenn du ihn eiskalt trinken möchtest, ist es besser, die Gläser vorher ins Eisfach zu legen.